Als Costa Brava wird der nördlichste Abschnitt der katalanischen Küste zwischen der französischen Grenze und der Mündung des
Tordera, also zwischen den Ortschaften Portbou und Blanes bezeichnet. Es ist eine wilde, ungezähmte Küste mit vielen kleinen
Buchten, die zwischen felsigen Vorsprüngen versteckt liegen.
Das milde Klima mit dem Tramontana-Nordwind, das klare Wasser und
der helle zogen bereits zu Ende des 19. Jahrhunderts viele Besucher an.
Aber auch viele Künstler haben der Küste weltweite Bekanntheit verschafft, darunter Pablo Picasso und Salvador Dalí,
die beide in Cadaqués arbeiteten und auch lebten. Oder Marc Chagall, der lange Perioden in Tossa verbrachte und der katalanische
Schriftsteller Josep Pla, ein bedeutender Chronist der Küste.

“Gastronomie ist wie die Landschaft nur im Kochtopf.”
An der Costa Brava heißt dies natürlich, die Küche ist stets dem Meer zugewandt.
Vor allem blauer Fisch spielt eine Rolle. Aber auch Produkte aus den Bergen oder der katalanische Wein und Sekt können den Gaumen erfreuen.
Die Volkstänze, die so genannten Sadanas sind wird über Katalonien hinaus bekannt
In der Architektur sind besonders die Bauten des einheimischen Architekten Rafael Maso von Bedeutung.
Das Gebirgsmassiv Les Gavarres formt eine nur von der großen Bucht von Palamós unterbrochene steile Küste, an der Pinien-wälder
bis direkt an das Ufer heranreichen. Die wirtschaftliche Geschichte wurde entscheidend von der korkverarbeitenden Industrie im Laufe
des 19. Jahrhunderts geprägt. Der Wohlstand wirkte sich auch auf die Mentalität der Bevölkerung aus, was sich vor allem durch eine von
liberalen und fortschrittlichen Ideen geprägte Haltung zeigt.
Im Mittelalter bildeten sich einige der wichtigsten historischen Wege heraus, beispielsweise der Jakobsweg, die erste kulturelle Route Europas.
Mit der Industrialisierung, dem Anwachsen der Bevölkerung verschwanden viele dieser Wege.
In Katalonien einem außerordentlich wanderfreudigen Land kam es etwa vor 30 Jahren zur Gründung des Comitè Català de Senders.
Mit der Zeit kam es zu einer Neuerschließung von Wegen. Auf diese Weise entstand ein umfassendes Netz an Wanderrouten.
Nach und nach kam es zur Bildung bestimmter Hauptstrecken, die als “große Wanderwege" mit der Abkürzung GR gekennzeichnet wurden. Bei dem GR 92 handelt
es sich um einen Küstenweg, von Portbou nach Blanes. Er geht weiter an der Küste entlang bis nach Barcelona und schließlich bis nach Gibraltar.
Die historischen Streifenwege bilden ein verzweigtes Netz, das all die kleinen Badebuchten der
Costa Brava miteinander verbindet und das in der Vergangenheit vor allem von Schmugglern und Wachpersonal benutzt wurde.
Als Wanderwege wurden sie erst in letzter Zeit wieder neu erschlossen, führen sie doch über weite Strecken hin unter duftenden Pinien durch die schönsten Abschnitte des
örtlichen Küstenbereichs mit prächtigen Ausblicken auf die verschiedenen Buchten. Ab und zu stößt man auch noch auf einen der alten Wachtürme.
Im Verwaltungsbezirk Baix Empordà wurden vor allem die historischen Streifenwege zwischen den verschiedenen Fischervierteln und den kleinen Badebuchten in den
Gemeindegebieten von Begur und Palafrugell sowie teilweise in Palamós und Platja d'Aro und auf dem Küstenabschnitt zwischen S'Agaró und Sant Feliu de Guíxols neu
erschlossen und beschildert.